Motivation

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Ich lade Sie ein, mich auf einem Gedankenspaziergang zu den Begriffen „Sinn“ und „Zweck“ zu begleiten. – Wozu soll das gut sein? – 1. Sinn ist ein wichtiger Motivator, über den nachzudenken sich lohnt. 2. Die Überlegungen in diesem Artikel bieten einen Ansatz, Probleme von zwei Seiten anzugehen: aus Sicht des optimalen Lösungsweges sowie aus Sicht des gewünschten Resultats.

Die Wörter „Sinn“ und „Zweck“ sind nicht bedeutungsgleich

„Was ist Sinn und Zweckdieser Investition, dieser Handlung, dieser Maßnahme?“ So fragen wir, wenn wir wissen wollen, warum es sich lohnt, etwas bestimmtes zu tun. Wenn wir die Floskel „Sinn und Zweck“ verwenden, dann sprechen wir genau genommen nicht nur vom „Warum“ sondern von zwei Dingen.

  1. Zweck:
    Etwas ist zweckmäßig, wenn es in Richtung eines Ziels führt.
    Was bezwecken wir mit dieser Investition, dieser Handlung, dieser Maßnahme? = Wohin soll uns das führen?
  2. Sinn:
    Etwas ist sinnvoll, wenn es sich in einen größeren (oder höheren?) Zusammenhang positiv einordnen lässt.
    Welchen Sinn hat diese Investition, diese Handlung, diese Maßnahme? = Was ist das Gute an dem Ziel, zu dem uns diese Investition, … führen soll?

Ein Zweck = „Zielführender Schritt“, ist funktional wertvoll, wenn er wirtschaftlich ist. Er ist sinnvoll, wenn das Ziel, auf das er gerichtet ist sinnvoll ist. Man könnte sagen: Die Sinnhaftigkeit des Ziels heiligt den Zweck (es sei denn, dieser ist per se unheilig). Wenn man diesen Gedanken weiterführt, dann kann man zu dem Schluss kommen, dass auch das Ziel nie ein Endziel ist. Es ist zweckmäßig, wenn es auf dem Weg zu weiteren Zielen einen positiven Beitrag darstellt und es ist sinnvoll, wenn diese weiteren Ziele ihrerseits sinnvoll sind.

Ist es sinnvoll, die Floskel „Sinn und Zweck“ zu zerlegen?

Im heutigen Sprachgebrauch nehmen wir keinen eindeutigen Unterschied zwischen den Wörtern „Sinn“ und „Zweck“ wahr. Sprachgeschichtlich sieht das anders aus. Im Althochdeutschen bezeichnete „zwec“ den Nagel, mit dem eine Zielscheibe zentral befestigt wurde (heute noch im Wort „Reißzwecke“ erhalten). Über die Jahrhunderte wandelte sich der Begriff. Er verlor seine konkrete Bedeutung und geriet in den Bereich der abstrakten Wörter „Ziel“ und „Sinn“.

Der Ursprung des Wortes „Sinn“ liegt wohl schon in vorgermanischer Zeit und ist weniger konkret zu fassen als der des Wortes „Zweck“. So ist auch heute die Bedeutungsvielfalt von „Sinn“ groß: u.a. Bedeutung, Zusammenhang, Richtung, Orientierung, Wahrnehmung, Geschmack, Empfinden, Ziel, Wert …

Wenn es also den Unterschied zwischen „Sinn“ und „Zweck“ nicht schon längst gäbe, dann wäre es lohnend, ihn zu erfinden. Und zwar nicht, um Verwirrung zu stiften und die Sprache zu verkomplizieren, sondern um passgenaue Werkzeuge für ein effektives Lösungsmanagement zur Verfügung zu haben. Die Unterscheidung zwischen „Sinn“ und „Zweck“ erlaubt es uns, das jeweilige Problem aus zwei Perspektiven zu betrachten: Vom Ziel her und vom Prozess her. – Wenn wir uns vor Augen führen, warum es sinnvoll ist, zur Lösung eines Problems zu gelangen, dann sind wir motiviert, die besten Lösungsschritte zu finden und zu gehen. Die Lösungsschritte haben, wie gesagt, den Zweck, uns dem Ziel näher zu bringen. Sie sind aber nur dann sinnvoll, wenn das Ziel sinnvoll ist.

Fazit

Im Coaching suchen wir immer wieder nach optimalen Lösungen für komplexe Probleme. Dazu ist es nötig, dass wir die Probleme gründlich verstehen. Wir fragen nach dem Sinn der Lösung und erkunden, was Vorrang hat und was besonders wichtig ist. Auf dieser Grundlage entsteht die Motivation und die Kreativität, die nötig ist, neue Ideen zu entwickeln und diese beharrlich zu realisieren. Die Frage „Was ist Sinn und Zweck dieser Investition?“ kann (zu diesem Zweck) in zwei Fragen aufgeteilt werden:

  1. „Ist das Ziel, zu dem die Investition führen soll sinnvoll?“
  2. „Ist die Investition das adäquate Mittel, um dieses Ziel zu erreichen?“

* Bildquelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Archery_target.jpg?uselang=de (Es gilt die unter dieser url angegebene GNU-Lizenz.)