Belastbarkeit und Krisenfestigkeit

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Ein gutes Selbstwertgefühl schafft Unabhängigkeit von kurzfristigem Erfolg und von äußerlichen bzw. materiellen Befriedigungen. Diese Unabhängigkeit ermöglicht es uns, in anstrengenden Phasen durchzuhalten und nach Krisensituationen wieder auf die Beine zu kommen. Letzteres ist möglich, da ein gesundes Selbstwertgefühl tief im Inneren der Person wurzelt und aufgrund seines jahrelangen organischen Wachstums aus vielfältigen Erfahrungen aufgebaut ist.

Das Durchhaltevermögen und die Zielstrebigkeit, die von einem guten Selbstwertgefühl getragen werden, unterscheiden sich fundamental von der Arbeitshaltung des Perfektionisten. Letzterer wird von der Angst vor Misserfolgen getrieben. Er ist darum weniger unabhängig und weniger flexibel als derjenige, dessen Durchhaltewillen in einem guten Selbstwertgefühl wurzelt.

Ein gesundes Selbstwertgefühl schützt nicht vor Schicksalsschlägen. Es hilft aber dabei, nach tiefgreifenden Verlusten und Enttäuschungen

  • Trauer zuzulassen und auszuhalten,
  • sich auf existenzielle Konstanten und Ressourcen zu besinnen,
  • sich neu zu orientieren,
  • Hilfe in Anspruch zu nehmen,
  • Geduld aufzubringen.

Idealerweise verfügt man schon vor Krisenbeginn über ein Selbstwertgefühl, das dabei hilft, den jeweiligen Schlag zu überstehen. Es ist aber auch durchaus möglich, dass erst durch die Krise wichtige Schritte zum Aufbau des Selbstwertgefühls gegangen werden. In diesem Fall knüpfen die Betroffenen an positive Erfahrungen und Kraftquellen an, die im tiefsten Inneren wider Erwarten vorhanden sind. Es ergeben sich Prozesse, die sie als gereift und gewachsen aus der Krise auferstehen lassen.