Überblick und Kontrolle auch im Stress

Erste hilfe

Gerade in Stresssituationen ist es ungeheuer wichtig, den Überblick und die Kontrolle zu bewahren. Überblick brauche ich, um die jeweilige Situation zu verstehen. Kontrolle brauche ich, um mich selbst zu beherrschen. Wenn ich die Situation verstehe und mich selbst beherrsche, dann erfülle ich die besten Voraussetzungen, um optimal zu handeln.

Wie aber gewinne ich Überblick und Kontrolle,

wo doch besonders in Stresssituationen alles so schnell geht und ich dann das Gefühl habe, machtlos und ausgeliefert zu sein? – Was ich brauche ist Distanz und Ruhe, denn ohne Distanz habe ich keinen Überblick, und ohne innere Ruhe bin ich außer Stande, mich zu kontrollieren.

Meine Frage lautet also: Wie gewinne ich gerade in Stresssituationen die nötige Distanz und Ruhe?

Die Antwort auf diese Frage: Erstehilfesatz! – Meinen Erstehilfesatz trage ich wie eine Notfallmedizin immer bei mir. Er ist eine Medizin, die genau zu mir passt, eine Medizin, mit der ich mir Ruhe und Distanz schenke.

Wie finde ich meinen Erstehilfesatz?

Stress hat sehr viel mit Ängsten zu tun. Die Angst, zu versagen, die Angst vor Zurückweisung, die Angst vor Verlust, die Angst vor Demütigung, Zukunftsangst, Existenzangst etc. Um den auf mich passenden Erstehilfesatz zu finden, muss ich mir überlegen, was genau es ist, das mir in Stresssituationen Angst macht. Ich versuche mich also an Folgendes zu erinnern:

  • Wie ist das, wenn ich gestresst bin?
  • Was fühle ich dann?
  • Wovor habe ich dann Angst?

Für die Beantwortung dieser Fragen nehme ich mir Zeit. Die wichtigsten Ergebnisse schreibe ich sorgfältig auf ein Blatt. Anschließend überlege ich mir, welchen beruhigenden Satz ich einem Menschen zurufen würde, der genau die Ängste, Sorgen und Nöte hat, wie sie da auf meinem Blatt niedergeschrieben wurden. An diesem Satz feile ich, bis er für mich richtig gut klingt. Dann schreibe ich ihn als meinen individuellen Erstehilfesatz in Schönschrift auf.

Wie hilft mir mein Erstehilfesatz?

Indem ich übe, bei aufkommendem Stress kurz innezuhalten und mir meinen Erstehilfesatz „zuzurufen“, gewinne ich Ruhe und Distanz. Schon das kurze Innehalten und das Besinnen haben einen positiven Effekt, dieser wird durch den ermutigenden und tröstenden Inhalt des Satzes noch verstärkt. Mit meinem Erstehilfesatz bringe ich in die bedrohliche Situation etwas ganz persönliches. Ich zeige mir selbst, dass ich kein hilfloses Opfer bin, sondern dass ich die Freiheit habe, mir selbst zu helfen, dass ich mir meine eigenen Gedanken mache und dass ich mir selbst wichtig bin.