Antriebsschwäche macht schwach

Schweinehund qlb dom 02

Mit diesem leichtfüßigen Artikel wende ich mich an all jene, die unter der eigenen Trägheit leiden. Ja, genau so ist es. Die Quelle der Unzufriedenheit ist nämlich oft nicht eine besonders schwierige, langwierige und/oder langweilige Aufgabe. Nein, das scheinbare Sich-nicht-aufraffen-Können, die leichte Ablenkbarkeit, die Faulheit - kurz, der innere Schweinehund, ja, der innere Schweinehund verdirbt so vielen Menschen immer wieder die gute Laune. Und dann heißt es: "Ich ärgere mich über mich!", "Warum fällt es mir so schwer, diese oder jene Aufgabe einfach anzupacken und zu erledigen?", "Ach, wenn ich doch mehr Disziplin hätte, so wie all die anderen ..."

Machen Sie doch einmal etwas ganz Verrücktes. Brechen Sie mit Ihren Gewohnheiten. Schwimmen Sie gegen den Strom und riskieren Sie ein außergewöhnliches Selbstexperiment. - Die folgende Anleitung zum Selbst-Coaching kann jeder sinnvoll ausprobieren, der über die schöne Freiheit verfügt, seine Arbeitszeit eigenverantwortlich einteilen zu dürfen.

Der Schweinehund

Ihr innerer Schweinehund ist sehr bequem und ein Gewohnheitstier. Er schläft gerne etwas länger und gibt darauf acht, dass Sie schön gemütlich in seinem Trott durch den Tag gehen. Um frisch und frei an die nötigen Aufgaben oder Prüfungsvorbereitungen oder Steuererklärungen oder was auch immer gehen zu können, sollten Sie den faulen Kerl gelegentlich abschütteln.

Ihr Trick

Sie können Ihren inneren Schweinehund überlisten, indem Sie sehr früh morgens, wenn er gewohnheitsmäßig noch tief schläft, aufstehen. Ihr Schweinehund wird vielleicht auch kurz aufwachen, wenn der Wecker klingelt und er wird versuchen, Sie zurückzuhalten; er wird Sie locken und Ihnen seine faulen Argumente zuraunen. Seien Sie dann aber voll Zuversicht, geben Sie sich kurzentschlossen einen Ruck und stehen Sie auf. Der Schweinehund wird Ihnen bei diesem überraschenden Schritt nicht folgen. Er wird im Bett bleiben; vielleicht wird er kläglich winseln und noch ein Weilchen nach Ihnen rufen, dann wird er aber wieder einschlafen. Er ist schließlich ein faules Gewohnheitstier. - Jetzt sind Sie für ein paar Stunden frei und können sich ans Werk machen.

Der listige Plan

  1. Bereiten Sie an einem Freitag Abend alles zum Arbeiten oder Lernen vor.
  2. Legen Sie die nötigen Bücher und Unterlagen zurecht.
  3. Sorgen Sie für Papier und Schreibzeug.
  4. Stellen Sie in der Küche die Dinge bereit, die Sie für einen schnellen Morgenimbiss gerne haben (Tee, Kaffee, Brot, Müsli).
  5. Stellen Sie den Wecker auf 5:00 (in Worten "fünf") Uhr! Denken Sie daran, dass Sie Ihren inneren Schweinehund im Tiefschlaf überrumpeln wollen.
  6. Gehen Sie nicht zu spät schlafen.
  7. Stehen Sie am Samstag Morgen beim ersten Weckerklingeln kurzentschlossen auf!
  8. Bereiten Sie sich einen Tee oder Kaffee und nehmen Sie ihren Morgenimbiss ein.
  9. Spätestens um 5:30 Uhr sollten sie über Ihren Büchern sitzen.
  10. Arbeiten Sie bis 9:00 Uhr. In dieser Zeit sind Sie vor Ablenkungen ziemlich sicher. Alle anderen, vor allem aber der Schweinehund, liegen noch im Bett. Keiner schreibt Ihnen eine SMS oder kommt auf die Idee, Sie anzurufen.
  11. Gönnen Sie sich jetzt ein gemütliches Frühstück. Vielleicht ist ja auch der Schweinehund inzwischen bereit aufzustehen; vielleicht ist er aber auch beleidigt und will erst einmal nichts mehr von Ihnen wissen.
  12. Genießen Sie den restlichen Tag mit der Gewissheit, etwas geleistet zu haben. Wiederholen Sie den Trick gleich am darauffolgenden Sonntag.

Das Erfolgsgeheimnis

Um den hier beschriebenen Trick gewinnbringend anwenden zu können, muss man nicht wissen, worin sein Erfolgsgeheimnis liegt. Für besonders interessierte Leser sei aber Zweierlei angemerkt: Zum einen ist Humor immer besser als kein Humor. Humor entkrampft, schafft Leichtigkeit, regt das Denken an, macht kreativ, vitalisiert u.v.m. Zum anderen bietet die Personifizierung der Faulheit als Schweinehund die Distanz und somit die Möglichkeit, Folgendes zu erkennen und auszusprechen: "Ich bin nicht faul. Der Faule ist der Schweinehund, und von dem muss ich mich nicht beherrschen lassen."

* Bildquelle: Z thomas - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Schweinehund_qlb_dom_02.JPG?uselang=de