Warum ist Dankbarkeit so wichtig?

leuchtend rote Rosen

Ehrlich empfundene Dankbarkeit ist nicht nur gut für denjenigen, bei dem man sich bedankt. Sie nutzt besonders dem, der sie empfindet. Dankbares Verhalten zeigt, dass man mit beiden Beinen im Leben steht; dass man mit sich selbst und mit der Welt, in der man lebt in guter Weise verbunden ist; dass man im Stande ist, zu nehmen und zu geben. Ein dankbarer Blick auf das Gute und Gelungene wirkt belebend und hilft dabei, auch in schweren Zeiten immer wieder neue Kraft zu schöpfen.

Das Gegenteil von Dankbarkeit, wie ich Sie hier verstanden wissen will, ist nicht Undankbarkeit, sondern Gleichgültigkeit. Das Gute, das wir nicht mit einem Gefühl der Dankbarkeit betrachten, gelangt als vermeintliche Selbstverständlichkeit in unseren Erfahrungsschatz. Das Selbstverständliche ist aber blass und langweilig:

  • Was man für selbstverständlich nimmt, dient weder als Motivation für neue Anstrengungen, noch als Kraft- und Glücksquelle in schweren Zeiten.
  • Was blass und langweilig ist, macht latent unglücklich und somit anfällig für die Verlockungen kurzfristiger Befriedigungen und/oder abhängig von Wachstum und positivem Feedback.

Man kann flapsig und vereinfacht sagen: Ohne Dankbarkeit ist das Leben nicht halb so schön.

Aktive Inbesitznahme

Darüber hinaus gehört Dankbarkeit zum Prozess einer positiven Inbesitznahme. Es macht einen Unterschied, ob man die Dinge, die einem das Leben zuspielt, einfach nur konsumiert oder ob man sie dankend annimmt. Man kann sagen, dass Dank wie ein Zahlungsmittel für Lebendigkeit funktioniert. Nicht umsonst besteht eine enge Verbindung zwischen den Wörtern „Dank“ und „schulden“.

Ein Geschenk, dass ich erhalte, gehört mir erst dann wirklich, wenn ich es mit Dankbarkeit angenommen und dankbar betrachtet habe. Jetzt steht zwischen mir und dem Geschenk keine Schuld mehr. Ich habe es „bezahlt“ und kann nach eigenem Gutdünken mit ihm umgehen, mich uneingeschränkt an ihm freuen, es in mein Leben integrieren, es verändern, es weiter verschenken, es vernachlässigen … Das gilt für materielle Geschenke, die ich von einer konkreten Person erhalte genauso wie für immaterielle „Geschenke“, die mir im oder durch das Leben zuteil werden. Zu Letzteren gehören z. B. Gesundheit, ein fürsorgliches Elternhaus, Freundschaften, eine schnelle Auffassungsgabe, Kreativität, Bildung uvm.