Braucht Dankbarkeit einen Dankempfänger?

Sonnenblumen

Dankbarkeit kann sich also an konkrete Personen, an Institutionen oder an Gegebenheiten des Schicksals richten. Der eigene Einsatz und die Opfer, die man selbst zum guten Ausgang einer Entwicklung gebracht hat, fallen subjektiv betrachtet eher größer oder kleiner aus. Das kann das spontane Dankbarkeitsgefühl durchaus beeinflussen. Raum für Dankbarkeit besteht in jedem Fall. Sei es dafür, dass andere einem geholfen haben, dass man die Kraft und Fähigkeit hatte, sich selbst zu helfen oder dass man einfach großes Glück hatte.

Es ist also gut, wenn es einen greifbaren Empfänger für unseren Dank gibt. Wir helfen ihm, uns selbst und unserer Beziehung zu ihm, indem wir unsere Dankbarkeit offen und vernehmlich äußern. Sollte es diesen Empfänger nicht oder nicht mehr geben, beraubt uns das nicht der Möglichkeit, bewusst eine dankbare Haltung einzunehmen, bzw. uns bewusst zu machen, wie dankbar wir in Wirklichkeit sein sollten. Religiöse Menschen haben es hier besonders leicht, da ihr Dank ein (höheres) Ziel kennt.