Wie lernt man Dankbarkeit?

Sonne, See und kleines Boot

Dankbarkeit empfinden und ausdrücken zu können, ist ein Zeichen von Souveränität. Aufgesetzte Dankbarkeit ist gelegentlich besser als unverhohlene Undankbarkeit. Sie hilft aber nur dabei, Distanz und Unverbindlichkeit in unangenehmen Situationen aufzubauen, sich selbst zu schützen oder sich selbst ostentativ über die anderen (ungehobelten Typen) zu stellen.

Um sich in Dankbarkeit zu üben, ist es zunächst hilfreich, sie mit durchweg positiven Begriffen zu verbinden und von negativen Begriffen frei zu machen:

  • Negativ: Aufrichtige Dankbarkeit ist KEIN Zeichen von Unterwürfigkeit, Schwäche, Dummheit, Naivität.
  • Positiv: Aufrichtige Dankbarkeit ist ein Zeichen von Souveränität, Größe, Reflektiertheit, Ehrlichkeit, Mut.

Die Devise lautet: Dankbar sein ist Souverän.

Haben Sie erst einmal eine positive Einstellung zur Dankbarkeit gewonnen, sind Sie bereit, Ihr Gehirn, Ihre Wahrnehmung und Ihr Denken auf Dankbarkeit hin zu optimieren. Das funktioniert besonders gut, indem Sie ein Dankbarkeitstagebuch anlegen:

Dankbarkeitstagebuch

Besorgen Sie sich ein schönes, dem Thema angemessenes Tagebuch. Gewöhnen Sie sich daran, in diesem Tagebuch jeden Tag vor dem Einschlafen festzuhalten, wofür Sie am jeweiligen Tag dankbar sind.

  • Was ist gut gelaufen?
  • Was ist Ihnen Gutes widerfahren?
  • Wobei hatten Sie Glück?
  • Was haben Sie genossen?

Überlegen Sie bei dieser Gelegenheit, ob Sie all jenen, denen Sie aktuell Dank schulden, angemessen gedankt haben. Nehmen Sie sich bei Bedarf vor, dies nachzuholen.

Legen Sie in Ihrem Dankbarkeitstagebuch ein Kapitel mit der Überschrift: „Wofür und wem ich in meinem bisherigen Leben dankbar bin“ an. Hier sammeln Sie nach und nach entsprechende Gedanken und Erinnerungen.

Ein über mehrere Wochen allabendlich aufmerksam geführtes Dankbarkeitstagebuch wirkt Wunder:

  • Sie setzen Ihr Gehirn für die Nachtzeit auf positive Denkbahnen.
  • Sie schulen Ihre Aufmerksamkeit für Dankenswertes und Gutes.
  • Sie erhalten eine Sammlung positiver persönlicher Erfahrungen.

Schon nach wenigen Wochen entwickeln Sie bzw. entwickelt sich in Ihnen eine souveräne Grundhaltung sich selbst, Ihren Mitmenschen und Ihrem Leben gegenüber. – Probieren Sie es aus und schreiben Sie mir gerne Ihre Erfahrungen.

Und wenn man über Dankbarkeit nachdenkt, sollte man auch untersuchen, wie es um die Fähigkeit, Dank anzunehmen bestellt ist und auch, was man tun kann, damit man bei ausbleibendem Dank keinen Schaden nimmt. Auch diese Themen können im Coaching durchaus von Bedeutung sein. Ich werde ihnen bei Gelegenheit eigene Walk & Talk Artikel widmen.