Der Mensch ist nicht zum Sitzen gebaut

Stehpult

Wir sitzen zu viel herum. Doch langsam macht sich ein neues Denken und damit eine neue (Körper)Haltung breit. Die negativen physischen und psychischen Folgen des Sitzen können Sie ganz schnell und gerne im Stehen in einem Zeit-Online-Artikel mit dem aufmunternden Titel Wer lange sitzt, ist früher tot nachlesen. Alternativ und falls Ihnen die Zeit für Zeit-Online fehlt, bleiben Sie sitzen und lassen Sie sich die folgende Zusammenfassung auf der Zunge zergehen.


Durch Studien belegte Schädigungen, die unter anderem auf zu viel Sitzen zurückzuführen sind:

  • Rückenleiden
  • Muskel- und Skeletterkrankungen
  • Schädigung von Bandscheiben und Halswirbelsäule
  • Beeinträchtigung des Stoffwechsels und der Verdauungsorgane
  • Schwächung des Immunsystems
  • übermäßige Gewichtszunahme
  • erhöhtes Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • besondere Anfälligkeit für Thrombosen
  • eine Verkürzung der Lebenserwartung um zwei Jahre

Fehlende Bewegung und eine mangelhafte, einseitige Körperhaltung bzw. Körperbelastung macht träge und müde. Das hat zur Folge, dass Stresshormone ungenügend abgebaut werden. In Wechselwirkung mit den beschriebenen physischen Schädigungen, sowie etwaigen Spannungen am Arbeitsplatz oder mangelnder Sinnhaftigkeit der jeweiligen Tätigkeit, sind psychischen Erkrankungen und Burn-Out-Erscheinungen Tür und Tor geöffnet.

Es liegt auf der Hand, dass die Folgekosten des übermäßigen Sitzen bedeutend sind. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer sollten ein großes wirtschaftliches und persönliches Interesse daran haben, aufzustehen und sich rechtzeitig um Alternativen zum exzessiven Sitzen zu kümmern.

Überlegen Sie sich doch einmal, ob es nicht die eine oder andere Tätigkeit oder Standardsituation gibt, die Sie bisher im Sitzen erledigen bzw. verbringen, die es aber durchaus zulassen würde, dass Sie dabei stehen oder gar gehen. Einige spontane Beispiele: Frühstücken, U-Bahn Fahren, Telefonieren, Fernsehen, Zeitung-Lesen ... Das klingt natürlich nicht sehr gemütlich, Gemütlichkeit ist aber auch nicht das Thema dieses Artikels.

Eine wunderbare Sache sind Stehpulte und höhenverstellbare Schreibtische. Idealerweise haben wir die Möglichkeit und die Disziplin, immer wieder unsere Arbeitshaltung zu ändern (wie die Gemeinde in der Kirche?). Und wenn wir dann noch in Bewegung oder gar an die frische Luft kommen, in dem wir Zweierbesprechungen in Form von Walk and Talk Meetings durchführen, dann haben wir sowieso gewonnen. Ich bin davon überzeugt, dass eine aufrechte Körperhaltung und Bewegung nicht nur unserer Gesundheit sondern auch unserer Produktivität und Kreativität zugute kommen.

Als Coach und Logotherapeut empfehle ich Ihnen das folgende Video der amerikanischen Autorin und Unternehmensberaterin Nilofer Merchant, die ganz im Sinne von Walk and Talk argumentiert.

* Die Huffingtonpost hat Fotos von improvisierten Steh-Arbeitsplätzen gesammelt. Die komplette Galerie finden sie hier: www.huffingtonpost.com/2012/09/03/readers-standing-desks_n_1841194.html#slide=start