Coaching sollte Sie wirklich weiterbringen

walk the talk

Im amerikanischen Englisch ist ein Ausdruck gebräuchlich, der einen bedeutenden Teil meines Verständnisses von Coaching vermittelt. Die Rede ist von der Wendung „walk the talk“. – Als ich vor einigen Jahren nach einer einprägsamen Bezeichnung für mein Beratungsangebot in Stuttgart „Coaching im Gehen“ suchte, entschied ich mich nach gründlichem Abwägen für „Walk and Talk“. Erst später entdeckte ich, dass im Englischen die Formulierung „walk the talk“ fest etabliert ist. Ich war erstaunt, dass mir das nicht schon früher aufgefallen war und freute mich gleichzeitig darüber, dass die Bedeutung von „walk the talk“ ausgezeichnet zu meinem Beratungskonzept passte.

Selbsterkenntnis, Entscheidungsfindung und Entwicklung

Die Wendung „walk the talk“ hat sich als Kurzform aus „If you're going to talk the talk, you've got to walk the walk.“ und „Walk it like you talk it.“ etabliert. Sie hat deutlichen Aufforderungscharakter und verlangt, dass auf Worte Taten folgen. Gespräche und Diskussionen sind nur dann sinnvoll, wenn sie zur Entwicklung der Gesprächspartner beitragen, wenn sie bei der Entscheidungsfindung helfen oder wenn sie dafür gut sind, dass man den anderen oder sich selbst besser versteht.

Das heißt natürlich nicht, dass alle Gespräche, die wir führen den Anspruch haben müssen, existenziell bedeutsam zu sein. Den größten Erkenntnisgewinn haben wir vermutlich dann, wenn wir entspannt sind und mit Humor und Leichtigkeit an die Dinge herangehen. – Die Qualität von Coachingangeboten bemisst sich am mittel- und langfristig erzielten Erfolg. Das alleinige Gefühl von Sinnhaftigkeit während der Beratungen rechtfertigt nicht den Aufwand. Entwicklungen und getroffene Entscheidungen müssen sich in einer dauerhaft spürbaren Verbesserung der Lebensqualität zeigen.

Coaching im Gehen

In der Aufforderung „walk the talk“ wird also davon ausgegangen, dass einem Entwicklungsprozess Gespräche vorangehen und dass es dann darauf ankommt, das im Sprechen hin und her Gewälzte in die Bewährungsprobe des wirklichen Lebens zu schicken. Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit. Jetzt wird die Sache dynamisch. Jetzt zeigt sich, wie viel die Ideen und Pläne taugen und wo die tatsächlichen Probleme liegen. – Bei der Umsetzung von Entscheidungen und Erkenntnissen geht es darum, beweglich zu bleiben und das gesteckte Ziel im Blick zu behalten. – Welche Coachingform ist da angemessener als Walk & Talk?

Bei Coachinggesprächen im Gehen, beobachte ich regelmäßig, wie sich der Gedanken- und Redefluss unmittelbar in Körperhaltung, Schritttempo, Dynamik der Gangart oder auch im körperlichen Innehalten übersetzt. Das Denken und Reden wird buchstäblich zu Bewegung. – Aber auch der umgekehrte Wirkmechanismus ist fruchtbar. Das Gehen und die Bewegung in der freien Natur bringt das Denken und das Reden in Schwung. Man könnte sagen: „Walk and talk walks the talk.“

* Bildquelle: www.adhq.com/time-walk-talk